Innovationsziel

Innovationsziel

Das Ziel des TEC-Projektes besteht aus drei voneinander zu unterscheidenden Innovationen, wobei das übergeordnete Ziel eine Differenzierung europäischer Werkzeugbau-Betriebe mittels ressourceneffizienterer Werkzeuge ist.

Innovation 1: „Beschreibungsmodell – komplexe Wechselwirkungen in den unterschiedlichen Phasen des Werkzeuglebenszyklus’“
Das erste Projektergebnis liefert Erkenntnisse über Abhängigkeiten zwischen den Werkzeugkonstruktionsparametern und dem Ressourcenverbrauch während der Produktions- und Nutzungsphase. Die Einflussfaktoren auf den Produktionsprozess werden identifiziert. Ferner werden die Prozesse der Werkzeugnutzung und des Werkzeugrecyclings beim Kunden bezüglich des Ressourcenverbrauchs untersucht. Alle Einflussfaktoren werden hinsichtlich ihres Beitrags zur Ressourceneffizienz des Gesamtlebenszyklus bewertet. Der Fokus hierbei liegt auf der Fähigkeit bessere Werkzeuge herstellen zu können, die sich durch eine höhere Ressourceneffizienz entlang der gesamten Prozesskette auszeichnen. Um die Zugänglichkeit aller gesammelten Daten und Wechselwirkungen sicherzustellen werden diese in einer Wissensdatenbank zusammengeführt. Dieses Wissen wird Werkzeugbauer in die Lage versetzen ihren Kunden einen zusätzlichen Mehrwert anbieten zu können.

Innovation 2: „Kalkulationstool zur Prognose der Ressourceneffizienz“
Ein wichtiger Befähiger zur Steuerung der Ressourceneffizienz ist die Verfügbarkeit von Lebenszyklusdaten von sowohl Werkzeugbauern, als auch –nutzern, mithilfe derer Potenziale zur Ressourceneinsparung präzisiert werden können. Durch das Kalkulationstool werden Werkzeugbau-Betriebe in der Lage sein den Ressourcenbedarf eines Werkzeugs über den gesamten Lebenszyklus zu prognostizieren. Hierdurch kann ein Werkzeugbauer seinem Kunden ein individuell auf seinen Produktionsprozess abgestimmtes Werkzeug anbieten. Um den Ressourcenbedarf zu optimieren werden Algorithmen und Methoden entwickelt, mittels derer die gesammelten Daten ausgewertet und interpretiert werden können. Diese gewonnen Erkenntnisse können Werkzeugbau-Betriebe unmittelbar in neue Produktentwicklungsprozesse einfließen lassen.
Das Kalkulationstool wird Lebenszyklusdaten mehrerer Referenzwerkzeuge bezüglich ihres Ressourcenverbrauchs enthalten, die Unternehmen sonst nur schwer zugänglich sind. Einerseits wird die Werkzeugbauakademie GmbH in Aachen zwei Referenzwerkzeuge fertigen, die während des Projektes genauestens untersucht und bewertet werden. Andererseits wird das IFT in Wien sechs ausgewählte Werkzeuge repräsentativer Werkzeugtypen (3 Umform- und 3 Spritzgusswerkzeuge) analysieren.
Darüber hinaus wird das Tool Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen die Variation einzelner Parameter (bspw. Material, Oberflächenbehandlung, Fertigungstechnologie, Instandhaltungsstrategie) auf die unterschiedlichen Arten des Ressourcenverbrauchs in den Lebenszyklusphasen besitzen (bspw. Luft, Energie, Hitze, Kälte, Rohstoffe, Wartungsausgaben…).
Es wird daher kein mathematisches Modell, sondern logische Verbindungen zwischen den Parametern genutzt, um relative [%] Effekte auszudrücken. Durch die Zusammenführung dieser relativen Effekte und der Referenzwerkzeugdaten wird es möglich sein die absoluten Einsparungen [Euro] basierend auf den derzeitigen Kosten für Energie und Rohstoffe abzuschätzen.
Zweifelsfrei hängt die Fähigkeit des Tools den Ressourcenverbrauch möglichst exakt abschätzen zu können maßgeblich von den in den ersten Arbeitspakten erhobenen Datensätzen ab. Durch die umfassende Erfahrung und Expertise von WZL und IFT im Zusammenhang mit Datenerhebungen in der Werkzeugbau-Branche werden diverse innovative Technologielösungen und statistische Methoden genutzt, um diesem Umstand gerecht zu werden.

Innovation 3: „Auf Ressourceneffizienz ausgerichtetes Geschäftsmodell für Unternehmen des Werkzeugbaus“
Der Werkzeugbauer wird in die Lage versetzt maßgeschneiderte Angebote zu konfigurieren, wozu er vor der Optimierung der Ressourceneffizienz im Produktionsprozess des Kunden nur bedingt befähigt war. Über die Modellierung aktueller Geschäftsmodelle hinaus, stellt dieses Geschäftsmodell eine Erweiterung Bestehender dar, durch welches europäische Werkzeugbauer ihre Wettbewerbsposition im dynamischen Marktumfeld nachhaltig verbessern können. Dies geschieht vor allem durch eine Differenzierung von anderen Unternehmen (insbesondere Unternehmen aus BRICS-Ländern), die mit einem Preisaufschlag für hochqualitative Werkzeuge verbunden ist.
Der bisher zuweilen mangelnde Erfolg von Werkzeugbau-Geschäftsmodellen, rührt oftmals daher, dass Werkzeugbau-Unternehmen einen angemessenen Businessplan nicht als Schlüsselaufgabe ihres Managements ansehen: Anstatt dem Bedarf nach einem Geschäftsmodell, welches Produktentwicklung und Dienstleistungsangebot vereint, nachzugehen war der Werkzeugbau bisher reaktiv auf Kundenanfragen und die Produktion bestellter Werkzeuge ausgerichtet. Zusätzlich zu den genannten Vorteilen und Innovationen des TEC-Projektes dient dieses auch zur Etablierung eines Dialoges zwischen Werkzeugbauern und –nutzern. Hierdurch können auf Grundlage der Visualisierung durch das Kalkulationstool Trade-offs diskutiert werden.
Allgemein dient der gewählte Forschungsansatz dazu bisher unbekannte Probleme aufzudecken und unterdurchschnittliche Ansätze in der Praxis zu identifizieren.

Share to Google Plus
Share to Google Buzz